Abd al-Rachman – Munif Salzstädte
- Titel:
- Abd al-Rachman – Munif Salzstädte
- Wann:
- Do, 28. August 2008
- Wo:
- Galerie Arabeske - Heidelberg, Baden-Württemberg
- Kategorie:
- Literatur
Beschreibung
Titel | Salzstädte | |
Genre | Roman | |
Land | Jordanien/Saudi Arabien / Irak | |
Vorsteller | Gudrun Sidrassi-Harth |
Am DIWAN-Abend, am 28. August 2008, stellte unser Mitglied Gudrun Sidrassi-Harth das Buch "Salzstädte" des arabischen Schriftstellers Abd al-Rachman Munif vor.
Der Roman "Salzstädte" des 2004 verstorbenen Schriftstellers Abd al-Rachman Munif erzählt die Geschichte einer verträumten Oase irgendwo in der Wüste Saudi-Arabiens in den frühen 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Munifs Erzähler berichtet, wie eine traditionelle arabische Gesellschaft durch den plötzlichen Einbruch der technischen Moderne innerhalb kurzer Zeit aus ihrem archaischen und gemächlichen Dasein gerissen wird und sich mit ihren Bräuchen, ihrem Verhaltenskodex und ihrem Selbstverständnis als halbnomadische Wüstenbewohner mit einem westlichen Lebenstil konfrontiert sieht. Über Jahre und Jahrzehnte bestimmten "nur der Regen, die Karawanen und das Gebet" den Lebensrhythmus der Menschen. Doch dann wird Öl gefunden, und alles ändert sich schlagartig: Amerikaner kommen, und mit ihnen Geld, "Verträge", technische Neuerungen, "unzüchtige" Kleidung und fremdartige Sitten. "Salzstädte (Mudun al-milh ) sind Siedlungen, die keine dauerhafte Existenz ermöglichen. Wenn Wasser eindringt, lösen schon die ersten Wellen das Salz auf, und diese großen gläsernen Städte versinken im Nichts." (Abdalrachman Munif)
Munif wurde 1933 in der jordanischen Hauptstadt Amman geboren. Sein Vater war saudischer Händler, seine Mutter stammte aus dem Irak. 1951 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften in Baghdad, wurde aber 1955 wegen politischer Agitation von der Universität ausgeschlossen. In Kairo setzte er sein Studium fort, wechselte 1958 nach Belgrad, wo er 1961 in den Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Ölwirtschaft promovierte. Anschließend arbeitete er für verschiedene Ölfirmen in Syrien, Irak und Saudi-Arabien. Ab den 1980er Jahren widmete er sich ausschließlich der Literatur. Zwischen 1981 und 1986 lebte er im Exil in Frankreich, danach zog er mit seiner Familie nach Syrien. Er starb 2004 in Damaskus.
Seine Romane gehören zu den meistgelesenen der arabischen Welt. Östlich des Mittelmeers, die Geschichte eines politischen Gefangenen, machte ihn auch international bekannt. In seinem fünfbändigen Hauptwerk Mudun al-milh ("Salzstädte") wird mit literarischen Mitteln, aber in kaum verschlüsselter Weise die Entwicklung Saudi-Arabiens von einer tribalen Wüstengesellschaft zur Ölmonarchie nachgezeichnet. Aufgrund dieser Perspektive entzog ihm 1989 der saudi-arabische Staat die Staatsangehörigkeit.
Veranstaltungsort
- Standort:
- Galerie Arabeske