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Jerusalem, meine Stadt – Zwischen Realität & Mythos

Hala Sakakini – Erwachen und Sehnsucht
Sonntag, 24. März 2019,  11 Uhr - Matinée | Eintritt: € 12.- / € 8.-

In ihrer „Jerusalem Trilogie“ stellt die palästinensische Übersetzerin und Sprachforscherin Aida Wakileh bisher unbekannte Lebenswege palästinensischer Persönlichkeiten vor, aber auch ihre persönlichen Erinnerungen und die anderer Zeitzeugen.
Mit Texten, Essays und Bilddokumentationen gibt sie Einblick in das Leben von WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und AutorInnen, deren Lebenswege durch die jungen Jahre in ihrer Heimat Jerusalem geprägt wurden.
Die Autobiographie „Jerusalem und Ich“ wurde 1987 von Hala Sakakini (1924-2002), Tochter des bekannten palästinensischen Pädagogen, Modernisten, säkularen Denkers und Schriftstellers Khalil Sakakini (1878-1953) in englischer Sprache verfasst.
Hala Sakakinis Werk ist eine Linse, durch welche man die Wirklichkeit betrachtet: Sakakini erzählt sehr detailliert vom Leben in Jerusalem vor 1948 und versucht, uns an ihrem persönlichen Leben teilhaben zu lassen und zugleich eine kollektive Identität und eine geteilte Lebenserfahrung in Jerusalem aufzuzeigen.
Halas Lebensgeschichte ist mit den kollektiven Erinnerungen des palästinensischen Volkes verbunden, vor allem nachdem sie, nach 19 Jahren der Abwesenheit und somit nach dem Sechstagekrieg von 1967, in ihre Heimatstadt zurückkehrt und trotz der gewaltigen Veränderungen versucht, eine Verbindung zu ihrer Vergangenheit herzustellen.
In ihren Ausführungen / Texten erinnert sie sich an die damaligen Lebensformen und an das Miteinander. Die neuerliche Vereinigung mit dieser unvergesslichen Umgebung bringt für die Autorin vergangene Ereignisse hervor und sie entwickelt ein Gefühl der Nostalgie, wie es in Ich-Erzählungen von palästinensischen Autoren häufig vorkommt.  
Sie erinnert an Plätze, an denen tatsächlich Menschen gelebt und Häuser besessen haben. Dabei verliert sie in ihren Erinnerungen nie den Faden, und beschreibt den Ort und die Umstände, wie sie diese zusammen mit anderen Einwohnern Jerusalems erlebt hat.
Geschichten, die die gemeinsamen Sitten und Gewohnheiten der Einwohner Jerusalems präsentieren, werden wachgerufen. Lebendig wirken auch ihre Erinnerungen an die prägende Figur ihres Vater Khalil Sakakini, einer der bedeutendsten arabischen Intellektuellen Palästinas und dem Verfasser von Al Jadids (1924-1933), der in den letzten Tagen des osmanischen Reiches und unter Britischem Mandat gelebt hat.

Fortsetzung der Trilogie:
„Der Raub des palästinensischen Gedächtnisses“.  Edward Said und Ghada Karmi schreiben Ihre Memoiren.

Die Übersetzerin und Sprachforscherin Aida Wakileh nahm nach vielen Jahren der Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten in Jordanien die Herausforderung auf ein Leben in Deutschland an.
Das Pendeln zwischen zwei Welten, ihre persönlichen Reflexionen auf das Erlebte und auf das Geschehen prägen ihre Auseinandersetzung mit der arabischen Literatur und Geschichte.

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