Veranstaltung 2004_Palästina-Tag

 

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Palästina-Veranstaltung - Film-Preview und Lesung

          Palästina-Veranstaltung in Kooperation mit dem WDR und der
          Stadtbücherei Heidelberg

                                                - Programm -

  • Lesung mit dem Dichter Zakaria Mohamad
    - die ursprünglich angekündigte palästinensische Schriftstellerin Huda Hanna kann leider nicht teilnehmen, weil sie kein Visum für Deutschland erhalten hat -
  • Musik - Samir Mansour - der palästinensische Lautenspieler gestaltet den musikalischen Rahmen
  • Film-Preview "Offene Wunde Palästina" in Zusammenarbeit mit dem WDR und dem Heidelberger Verein Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V.
  • Podiumsdiskussion in Anwesenheit des WDR Teams und Khalil Toama von der
    Deutsch Palästinensischen Gesellschaft e.V.

 Samstag, 02. Oktober 2004, 16 bis 20 Uhr
Stadtbücherei Heidelberg, Hilde-Domin-Saal, Poststraße 15, 69115 Heidelberg  >>>  
Wegbeschreibung
Eintritt: 7 EUR, für Mitglieder und Studenten 5 EUR

 

Lesung mit der palästinensischen Schriftstellerin Huda Hanna

- muss leider entfallen (s. o.) -

Huda Hanna wurde 1922 in dem Dorf Ar-Rama, Galiläa/Nordpalästina, geboren und lebt seit 1948 im Exil in Syrien, wo sie u. a. als Lehrerin, Schulleiterin, Biblotheksgründerin, Gewerkschaftsmitglied, Übersetzerin (Englisch/Arabisch) für Film und Fernsehen und als Schriftstellerin tätig war und ist. Ihre erste Veröffentlichung "The sound of the camps", in der das Schicksal einer Gruppe palästinensischer Familien geschildert wird, erschien 1951 und wurde 2001 neu aufgelegt. Ihre Rolle als Schriftstellerin sieht sie darin, Palästina lebendig zu erhalten, über das Leben der Palästinenser im Exil zu berichten und mit dem Schreiben eine Form des Widerstandes zu leisten. Huda Hanna wird aus ihren Werken lesen, die ins Deutsche übersetzt werden.

 

Film-Preview "Offene Wunde Palästina"

Ein Film von Annette von Wangenheim

Palästinenser bilden weltweit die größte Gruppe politischer Flüchtlinge - und sie sind es mit am längsten. Mit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 verloren sie alles: ihren Besitz, ihre Heimat und ihre nationale Identität. 1967 wurden noch einmal durch die Besetzung der Westbank, des Gaza-Streifens und der Golanhöhen Tausende aus ihrer Heimat vertrieben. Mehr als drei Viertel aller Palästinenser leben heute über alle Kontinente verstreut - staatenlos, ohne politische Rechte oder wirksamen internationalen Schutz. Allein Syrien beherbergt über 420.000 Flüchtlinge aus Palästina, rund 6 Millionen sind es inzwischen weltweit.

Allzu häufig verhindern die vielen erschütternden Gewaltbilder des aktuellen Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern einen vertiefenden Blick auf die wirkliche Problematik. Der Film "Offene Wunde Palästina" dagegen nähert sich dem Thema aus einer hierzulande wenig bekannten Perspektive: Er schildert den Flüchtlingsalltag in der Diaspora. Schauplatz des Films sind zwei Lager bei Damaskus: das eher ländliche Quabr Essit und Yarmouk, die inoffizielle Hauptstadt der Palästinenser in Syrien. Im syrischen Exil herrscht äußere Sicherheit, der Alltag wirkt geordnet. Friedliche Bilder eines relativen Wohlstandes zeigen, dass die Flüchtlinge sich in der Fremde eine neue Existenz aufbauen konnten. Doch das ist nur der äußere Anschein. Von einem normalen Leben sind die Menschen, die überwiegend schon in der zweiten und dritten Generation Flüchtlinge sind, weit entfernt.

Annette von Wangenheims Dokumentation "Offene Wunde Palästina" handelt von den Verletzungen unter der Oberfläche, lenkt den Blick auf Gefühle und Gedanken der Vertriebenen. Palästinenser unterschiedlicher Generationen beschreiben, was sie am meisten schmerzt: das Fehlen der nationalen Identität, des eigenen Staates, sämtlicher politischen Rechte, der Bewegungsfreiheit und der Selbstbestimmung. Der Film zeigt eine von der Politik erzwungene menschliche Tragödie auf, die täglich Hunderttausende, weltweit mehrere Millionen Menschen betrifft. Sie ereignet sich im Stillen, hinter den Kulissen, jenseits der Kriegsschauplätze Gaza, Westbank oder Israel. Die Vergangenheit, die verlorene Heimat, ist in den Familien sehr lebendig - die Zukunft für die Kinder soll besser werden. Deshalb richten viele der Exil-Palästinenser große Hoffnungen auf die Weltöffentlichkeit - mit ihrem Wunsch nach Frieden und nach einer demokratischen Lösung der Palästinafrage.

Redaktion: Beate Schlanstein
WDR, 60', 2004
Regie: Annette von Wangenheim, Kamera: Franz Wagenbach,
Ton: Bastian Schumacher, Schnitt: Gisela Koschytorz,
lokale Aufnahmeleitung:Yahya Al-Madani (Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V., Heidelberg), Übersetzung: Ismael Amer
Internationaler Vertrieb: German United Distributors


Freunde Arabischer Kunst und Kultur e. V.
c/o Galerie Arabeske
Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg
Tel. & Fax 06221 436112

 

Bild: WDR/A. v. Wangenheim

Palästinensische Gastfreundschaft. Den starken arabischen Mokka serviert das Oberhaupt der Familie, Abu Ali Saleh, persönlich. Er lebt im Flüchtlingslager Quabr Essit, bei Damascus. Seinen Eltern gehörten über 100 Hektar Land in Palästina. Es wurde ihnen nach der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 gewaltsam weggenommen.

 

 

Bild: WDR

Mit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 verloren 800.000 Palästinenser alles: ihren Besitz, ihre Heimat und ihre Identität. Sie wurden gewaltsam aus ihren Häusern und Dörfern vertrieben und flohen in arabische Nachbarländer oder andere Kontinente. Auch im Exil halten sie an ihrer Identität als Volk fest und weigern sich, aus der Weltgeschichte ausradiert zu werden.

 

 

Bild: WDR/A. v. Wangenheim

Palästinensische Flüchtlinge sind praktisch eingeschlossen, da, wo sie sich gerade befinden. Die meisten haben nur einen Flüchtlingsausweis, keinen Nationalpass und sind staatenlos. Sie können nicht verreisen. Der Verlust der Bewegungsfreiheit ist der Verlust eines Menschenrechtes.

 

 

 

 

 
info@arabischekultur.de