Lesung
mit der palästinensischen Schriftstellerin
Huda Hanna
-
muss leider entfallen (s. o.) -
Huda
Hanna wurde 1922 in dem Dorf Ar-Rama, Galiläa/Nordpalästina,
geboren und lebt seit 1948 im Exil in Syrien, wo sie
u. a. als Lehrerin, Schulleiterin, Biblotheksgründerin,
Gewerkschaftsmitglied, Übersetzerin (Englisch/Arabisch)
für Film und Fernsehen und als Schriftstellerin
tätig war und ist. Ihre erste Veröffentlichung
"The sound of the camps", in der das Schicksal
einer Gruppe palästinensischer Familien geschildert
wird, erschien 1951 und wurde 2001 neu aufgelegt. Ihre
Rolle als Schriftstellerin sieht sie darin, Palästina
lebendig zu erhalten, über das Leben der Palästinenser
im Exil zu berichten und mit dem Schreiben eine Form
des Widerstandes zu leisten. Huda Hanna wird aus ihren
Werken lesen, die ins Deutsche übersetzt werden.
Film-Preview "Offene
Wunde Palästina"
Ein Film von Annette
von Wangenheim
Palästinenser bilden
weltweit die größte Gruppe politischer Flüchtlinge
- und sie sind es mit am längsten. Mit der Gründung
des Staates Israel im Jahr 1948 verloren sie alles:
ihren Besitz, ihre Heimat und ihre nationale Identität.
1967 wurden noch einmal durch die Besetzung der Westbank,
des Gaza-Streifens und der Golanhöhen Tausende
aus ihrer Heimat vertrieben. Mehr als drei Viertel aller
Palästinenser leben heute über alle Kontinente
verstreut - staatenlos, ohne politische Rechte oder
wirksamen internationalen Schutz. Allein Syrien beherbergt
über 420.000 Flüchtlinge aus Palästina,
rund 6 Millionen sind es inzwischen weltweit.
Allzu häufig verhindern
die vielen erschütternden Gewaltbilder des aktuellen
Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern
einen vertiefenden Blick auf die wirkliche Problematik.
Der Film "Offene Wunde Palästina" dagegen
nähert sich dem Thema aus einer hierzulande wenig
bekannten Perspektive: Er schildert den Flüchtlingsalltag
in der Diaspora. Schauplatz des Films sind zwei Lager
bei Damaskus: das eher ländliche Quabr Essit und
Yarmouk, die inoffizielle Hauptstadt der Palästinenser
in Syrien. Im syrischen Exil herrscht äußere
Sicherheit, der Alltag wirkt geordnet. Friedliche Bilder
eines relativen Wohlstandes zeigen, dass die Flüchtlinge
sich in der Fremde eine neue Existenz aufbauen konnten.
Doch das ist nur der äußere Anschein. Von
einem normalen Leben sind die Menschen, die überwiegend
schon in der zweiten und dritten Generation Flüchtlinge
sind, weit entfernt.
Annette von Wangenheims
Dokumentation "Offene Wunde Palästina"
handelt von den Verletzungen unter der Oberfläche,
lenkt den Blick auf Gefühle und Gedanken der Vertriebenen.
Palästinenser unterschiedlicher Generationen beschreiben,
was sie am meisten schmerzt: das Fehlen der nationalen
Identität, des eigenen Staates, sämtlicher
politischen Rechte, der Bewegungsfreiheit und der Selbstbestimmung.
Der Film zeigt eine von der Politik erzwungene menschliche
Tragödie auf, die täglich Hunderttausende,
weltweit mehrere Millionen Menschen betrifft. Sie ereignet
sich im Stillen, hinter den Kulissen, jenseits der Kriegsschauplätze
Gaza, Westbank oder Israel. Die Vergangenheit, die verlorene
Heimat, ist in den Familien sehr lebendig - die Zukunft
für die Kinder soll besser werden. Deshalb richten
viele der Exil-Palästinenser große Hoffnungen
auf die Weltöffentlichkeit - mit ihrem Wunsch nach
Frieden und nach einer demokratischen Lösung der
Palästinafrage.
Redaktion: Beate Schlanstein WDR,
60', 2004 Regie: Annette von Wangenheim, Kamera:
Franz Wagenbach, Ton: Bastian Schumacher, Schnitt: Gisela
Koschytorz, lokale Aufnahmeleitung:Yahya Al-Madani
(Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V., Heidelberg),
Übersetzung: Ismael Amer Internationaler Vertrieb:
German United Distributors
Freunde
Arabischer Kunst und Kultur e. V. c/o Galerie Arabeske Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg Tel.
& Fax 06221 436112
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Bild:
WDR/A. v. Wangenheim
Palästinensische
Gastfreundschaft. Den starken arabischen Mokka serviert
das Oberhaupt der Familie, Abu Ali Saleh, persönlich. Er lebt im Flüchtlingslager Quabr Essit, bei
Damascus. Seinen Eltern gehörten über
100 Hektar Land in Palästina. Es wurde ihnen
nach der Gründung des Staates Israel im Jahr
1948 gewaltsam weggenommen.

Bild:
WDR
Mit
der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 verloren
800.000 Palästinenser alles: ihren Besitz,
ihre Heimat und ihre Identität. Sie wurden
gewaltsam aus ihren Häusern und Dörfern vertrieben
und flohen in arabische Nachbarländer oder andere
Kontinente. Auch im Exil halten sie an ihrer Identität
als Volk fest und weigern sich, aus der Weltgeschichte
ausradiert zu werden.

Bild:
WDR/A. v. Wangenheim
Palästinensische
Flüchtlinge sind praktisch eingeschlossen, da,
wo sie sich gerade befinden. Die meisten haben nur einen
Flüchtlingsausweis, keinen Nationalpass und
sind staatenlos. Sie können nicht verreisen. Der
Verlust der Bewegungsfreiheit ist der Verlust eines
Menschenrechtes.
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